Selbsthilfe

 

Was ist Selbsthilfe?

Selbsthilfe und die dazugehörenden Organisationen gehören heute zu den traditionellen Formen der Bewältigung von Krankheiten, Behinderungen und psychosozialen Problemen.

Man unterscheidet zwischen individueller oder gruppenorientierter Selbsthilfe. Unter individueller Hilfe versteht man beispielsweise die Einnahme von selbst gewählten Medikamenten, wie z. B. Schmerzmittel, ohne in Anspruchnahme von ärztlicher Hilfe. Aber auch die Pflege von Angehörigen ohne Unterstützung anderer Personen gehört hier dazu.

Bei der gruppenorientierten Selbsthilfe schließen sich Menschen zusammen, die in einer nicht alltäglichen Beziehung stehen ( wie z. B. die Familie) und sich mit der gleichen Problematik auseinander setzen müssen. Die Thematik bei der gruppenorientierten Selbsthilfe ist sehr unterschiedlich und fast alle befassen sich mit den Themen körperliche Erkrankung oder Behinderung. Themengebiete reichen von allergischen, asthmatischen und anderen Atemwegserkrankungen bis hin zu Herz – Kreislauf - Erkrankungen. Tumorerkrankungen sowie Sucht und Abhängigkeit, psychische Erkrankungen und psychische Probleme sind ebenfalls Themengebiete in der gruppenorientierten Selbsthilfe.

Andere Selbsthilfegruppen engagieren sich in der sozialen Selbsthilfe im Bereich Familie, Partnerschaft, Frauenselbsthilfe, Erziehung, Angehörige, Alter, Nachbarschaft oder bei Lebensproblemen und Lebenskrisen.

Selbsthilfegruppen – im Weiteren SHG’s genannt- sind Zusammenschlüsse von Menschen, die selbst organisiert sind und das gleiche Problem oder Anliegen haben und gemeinsam sich damit auseinander setzen möchten. Mögliche, oft typische Probleme in solchen Gruppen sind der Umgang mit chronischen oder seltenen Krankheiten, die Lebenskrisen auslösen, oder zu schwierigen, sozialen Situationen führen können. Geschätzt wird die Anzahl der SHG’s in Deutschland auf  70.000 – 100.000. Das Engagement in SHG’s ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und ist auch sicher auch auf die Unterstützung der Selbsthilfe durch Selbsthilfekontaktstellen zurückzuführen.

In SHG’s steht der Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen an erster Stelle. Weiter erhält Unterstützung im emotionalen Bereich und bei der Motivation.           SHG’s vertreten die Belange der Mitglieder nach außen und leisten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, die Interessen der Mitglieder werden vertreten. SHG’s können eingetragene Vereine sein. Aber auch ein “loser Zusammenschluss“ ohne Rechtsform ist möglich. Die Gruppen werden ehrenamtlich geleitet und können im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20c des Fünften Sozialgesetzbuches Fördergelder beantragen, womit die Kosten für Raummiete, Büromaterialien, Öffentlichkeitsarbeit etc. getragen werden können. Lange wurde die Selbsthilfe kritisch gesehen. Mittlerweile werden die Leistungen der SHG’s als wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem von den Kostenträgern anerkannt. Kostenträger stellen also Fördergelder zur Verfügung. Kostenträger sind z. B. gesetzliche Krankenkassen, Rentenversichungsträger, Selbsthilfekontaktstellen in Wohlfahrtsverbänden oder kommunale Träger.

Viele Selbsthilfegruppen gehören keiner überregionalen Selbsthilfeorganisation an. Andere wiederum bevorzugen die Zusammenarbeit mit einer Selbsthilfeorganisation, so wie auch unser Bundesverband für Glaukom-Selbsthilfe eine Selbsthilfeorganisation, bzw. –verein ist.

 

Gründung einer Selbsthilfegruppe:

Wenn man selbst eine Selbsthilfegruppe gründen möchte, dann wendet man sich dazu am besten an eine Selbsthilfekontaktstelle. Diese können, je nach Wohngebiet, unterschiedlich sein. So gibt es beispielsweise Anlaufstellen im Landratsamt (KISS- Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe), die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle), die SEKIS ( Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle) oder auch die DAG (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V.).

Dort werden Erwartungen und Vorstellungen, Arbeitsstile und organisatorische Fragen besprochen. Oft sind die Kontaktstellen auch bei der Suche nach einer Räumlichkeit behilflich, die auch günstig zu mieten oder gar kostenlos zu nutzen sind. Weiterhin wird angeboten, dass die Kontaktstelle anfangs die Öffentlichkeitsarbeit, in Form einer Pressenotiz zur Bekanntgabe der Gründung der SHG, übernimmt.

Außerdem geben die Kontaktstellen Informationen zu den Fördermittelanträge und bietet Hilfe beim Ausfüllen der gleichen an.

Haben Sie Interesse an der Gründung einer Glaukom-SHG, können Sie sich auch direkt an den Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e. V. in Dortmund wenden.

 

Ablauf von Treffen:

Die Gruppentreffen sollten in regelmäßigen, festgelegten Abständen stattfinden.

Festgelegt werden sollten ein paar einfache Dinge. So z. B. die Dauer eines Treffens. Bewährt hat sich da eine Dauer von ungefähr 90 Minuten. Weiter sollten Gesprächsregeln beachtet werden. So lassen sich die Mitglieder ausreden, ohne in ewige Monologe zu verfallen. In der Redezeit eines Mitgliedes sollten keine Nebengespräche unter anderen Mitgliedern entstehen. Mitglieder werden nicht ausgelacht oder respektlos behandelt. Neue Mitglieder werden offen und freundlich empfangen. Oft ist es schon eine Überwindung für neue Mitglieder zu einer SHG zu kommen. Durch eine freundliche Aufnahme wird das vereinfacht. Bewährt hat sich eine Sitzordnung im Kreis. So kann Jeder Jeden sehen.

Beispielsweise kann ein Treffen so ablaufen, dass die/der Leiter/in die Mitglieder begrüßt. Danach können kurze organisatorische Informationen, die die Gruppe betreffen, weitergegeben werden. Anschließend ist es möglich eine Runde zu starten, bei der jedes Mitglied die Möglichkeit erhält über sich zu berichten. Wie geht es? Was gibt es Neues? Gibt es Probleme? Besteht Bedarf an Hilfe/ Unterstützung? Gibt es Fragen? etc…. Kein Mitglied soll das Gefühl haben, dass es nicht ernst genommen wird!

Abschließend kann es noch eine „offene“ Diskussion geben, bei der die ganze Gruppe sich austauschen kann.

 

Selbsthilfegruppen Glaukom in Deutschland, die dem Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e. V., Dortmund, angehören:

BvGS_Karte_05_2019

Die Akzeptanz der Selbsthilfe hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wurden Selbsthilfegruppen früher oft nur belächelt, ist die offizielle Anerkennung heute doch schon dadurch gegeben, dass die Krankenkassen einen gewissen Anteil Ihrer Mitgliederbeiträge für die Selbsthilfeförderung bereitstellen müssen. Dies ist eine Anerkennung, so dass das Engagement der Selbsthilfe da finanzielle Unterstützung findet und die ehrenamtlich arbeitenden Selbsthilfegruppen da nicht auch noch Gelder aus der eigenen Tasche bezahlen müssen.
 

Anerkennung hat die SHG Glaukom Lörrach auch von ganz offizieller Seite erhalten:

Im Dezember 2014 erhielt die Gruppe anlässlich des Tag des Bürgerengagements “Gemeinsam sind wir stark” eine Ehrung für das bürgerliche Engagement.

Hier geht’s zum Zeitungsartikel:

http://www.badische-zeitung.de/kreis-loerrach/gemeinsam-sind-wir-staerker-x1x--95919134.html

 

Im August 2016 erhält die SHG Glaukom Lörrach von HelferHerzen einen Preis für das ehrenamtliche Engagement:

 http://www.helferherzen.de/de_helferherzen/helferherzen-aktuell/

 

Schön, dass Ehrenamt so viel Anerkennung erhält.

 

 

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